Sie sind hier:Presse»Pressemitteilungen»Pressemitteilungen aktuell»Die heimlichen Verluste

Die heimlichen Verluste

11. August 2017

Ladendiebstähle und Fälle organisierter Kriminalität nehmen zu. Nicht nur die finanziellen Folgen belasten den Handel. Viele Geschäftsleute sehen auch die Sicherheit ihrer Mitarbeiter gefährdet.

Jeder Diebstahl reißt ein Loch in die Kasse – und die Fälle häufen sich. Für manche Händler können die KlauTouren existenzgefährdend sein. Die Situation muss sich schleunigst ändern, fordert der Handelsverband BadenWürttemberg. Er will die Händler im Kampf gegen die Diebe unterstützen. Er spricht sich dafür aus, Ladendiebe konsequenter zu bestrafen und das Eigentum der Handelsunternehmen besser zu schützen. Doch welchen Schaden richten Diebe eigentlich an? Und wie können Händler sich wehren? Wir klären auf. Was Diebe anrichten: 2016 gab es einen Verlust durch Diebstahl und sonstige Eigentumsdelikte (Inventurdifferenzen) in Höhe von 4 Milliarden Euro.

  • Davon allein 2,24 Milliarden Euro durch eigene Kunden
  • Immerhin 810 Millionen Euro durch eigene Mitarbeiter
  • Auf Servicemitarbeiter und Lieferanten entfallen 340 Millionen Euro
  • Durch Organisationsmängel entstanden 640 Millionen Euro Schaden
  • Die Renditen im Einzelhandel schmälern sich dadurch um durchschnittlich 0,98 Prozent des Umsatzes
  • Zusätzlich zu den Inventurdifferenzen (Verluste) investiert der Einzelhandel 1,3 Millionen Euro in

Prävention und Personalschulungen, Videoüberwachungs- und Warensicherungssysteme.

Was sich ändern soll: Der Handelsverband fordert eine Verschärfung der Gesetze. Der Handel müsse vor Diebstahl besser geschützt werden. Der Verband hat einen Katalog mit Forderungen entwickelt, die sich an die politischen Entscheidungsträger richten. So sollen unter anderem

  • die Einzelhändler in ihrem Kampf gegen Laden- und Bandendiebstahl stärker unterstützt werden
  • die Polizeipräsenz verstärkt werden
  • der Strafrahmen in § 244 Abs. 1 (Diebstahl mit Waren/Bandendiebstahl) auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren erweitert werden
  • die Möglichkeit der Strafmilderung in § 244 Abs. 3 komplett gestrichen werden
  • offene Videoüberwachungen den Einzelhandelsgeschäften gesetzlich ermöglicht werden
  • vereinfachte zivilrechtliche Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen
  • Anerkennung von Vertragsstrafen

Warum eine Verschärfung möglich ist:

Potenzielle Täter könnten durch schärfere Gesetze laut Handelsverband von ihrer Tat abbehalten werden. Somit könne ein wirksamer Beitrag zur Prävention geleistet werden. Außerdem spricht sich der Verband für eine Ausweitung der offenen Videoüberwachung und Speicherung der Daten aus.

hde-heimliche-verluste

Der Handelsverband hat Vorschläge für attraktive Innenstädte erarbeitet. Hier ist eine Delegation um Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann zu Besuch bei Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf MdL, CDU (2.v.r).

Suche

Button Mitglied werden quadrat

Scout EHV